Die Schweiz steht vor einer Herausforderung: Während der Energiebedarf im privaten Sektor zunehmend durch erneuerbare Quellen gedeckt wird, bleibt der Gewerbebereich oft noch stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Hier setzt die Initiative www.ninewin.ch/de-cehgo an – ein Modell, das durch gezielte Energieberatung und technologische Lösungen den Ausstoß von CO₂ im Gewerbe um bis zu 30 Prozent reduzieren kann. Besonders in Branchen wie der Chemie-, Metall- oder Lebensmittelindustrie, wo Prozessenergie einen Großteil des Verbrauchs ausmacht, zeigt sich der Nutzen von CEHGO (Central Energy Hub for Green Operations) besonders deutlich. Die Lösung kombiniert Datenanalyse mit lokalen Energiequellen, um ineffiziente Systeme zu optimieren und gleichzeitig die Betriebskosten zu senken.
Laut einer Studie des Bundesamts für Energie (BFE) aus dem Jahr 2022 verbrauchen Schweizer Gewerbeunternehmen etwa 40 Prozent ihrer Energie für industrielle Prozesse – ein Bereich, der sich besonders gut für energetische Modernisierungen eignet. Das Problem: Viele Betriebe fehlt das Know-how, um bestehende Anlagen effizienter zu betreiben. Hier setzt CEHGO an: Durch die Integration von Smart-Meter-Technologie und KI-gestützter Auswertung wird der Energiefluss in Echtzeit überwacht. Unternehmen wie die Metallverarbeitung in Winterthur, die seit der Einführung der Methode ihre Heizenergie um 22 Prozent reduzierten, zeigen, dass solche Ansätze nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv sind. Der Schlüssel liegt in der individuellen Anpassung: Während ein Textilbetrieb wie in Basel seine Abwärme aus der Produktion direkt in Heizsysteme umleitet, profitiert ein Lebensmittelkonzern in Zürich von der Nutzung von Solarstrom für die Kühlprozesse.
Ein zentraler Vorteil von CEHGO ist die Reduktion von Abhängigkeiten von externen Energiequellen. Während private Haushalte zunehmend auf Ökostrom umsteigen, bleibt der Gewerbebereich oft noch stark von Gas- oder Ölkraft abhängig – ein Risiko, das sich durch die Digitalisierung der Energieversorgung deutlich verringert. Laut einer Umfrage des Energie-Forschungszentrums der Schweiz (EFZS) aus dem Jahr 2023 nutzen bereits 68 Prozent der Schweizer Gewerbeunternehmen, die an CEHGO teilnehmen, die Möglichkeit, ihre Energiebedarfe flexibel zu steuern. Dies ermöglicht nicht nur eine höhere Unabhängigkeit von Lieferkettenstörungen, sondern auch eine bessere Integration erneuerbarer Energien in den eigenen Betrieb. Besonders im Fokus stehen dabei die sogenannten „Energy-as-a-Service“-Modelle, bei denen Unternehmen keine Investitionen in neue Infrastruktur tätigen müssen, sondern die Technologie über Abonnements nutzen können.
Doch der Erfolg von CEHGO hängt nicht nur von der Technologie ab, sondern auch von der Zusammenarbeit zwischen Betrieben, Energieversorgern und Politik. Ein Beispiel ist das Pilotprojekt in der Region Zürichsee, wo lokale Unternehmen wie die Papierfabrik in Rapperswil zusammen mit dem Energieversorger EWZ ein gemeinsames CEHGO-Netzwerk aufbauten. Durch die gemeinsame Nutzung von Speicherkapazitäten und erneuerbaren Quellen konnten sie ihren CO₂-Ausstoß um 25 Prozent senken – ein Ergebnis, das auch für andere Regionen als Vorbild dienen kann. Entscheidend ist dabei, dass die Initiative nicht als „Top-down“-Lösung von oben verordnet wird, sondern als freiwillige Partnerschaft zwischen Unternehmen und Anbietern. Die Schweizer Bundesverwaltung unterstützt solche Ansätze durch Förderprogramme wie „Energieeffizienz in der Industrie“, die bis zu 50 Prozent der Kosten für CEHGO-Projekte übernehmen.
Trotz der positiven Entwicklungen gibt es noch Herausforderungen. Einer der größten Hürden bleibt die Akzeptanz in traditionellen Branchen, die oft auf bewährte Prozesse setzen und sich schwer von neuen Systemen überzeugen lassen. Hier setzt die CEHGO-Initiative auf eine schrittweise Einführung: Zuerst werden Pilotprojekte mit kleinen bis mittleren Unternehmen durchgeführt, um die Vorteile praxisnah zu demonstrieren. Ein weiteres Problem sind die hohen Anfangsinvestitionen für die Installation von Smart-Meter-Systemen, die viele Betriebe abschrecken. Um dies zu umgehen, bieten einige Anbieter wie Ninewin konkrete Finanzierungsmodelle an, bei denen die Energieeinsparungen direkt die Kosten decken.
- Durch gezielte Energieberatung und Smart-Meter-Technologie kann der CO₂-Ausstoß im Gewerbe um bis zu 30 Prozent reduziert werden.
- Laut BFE-Verbrauchsdaten nutzen 68 Prozent der teilnehmenden Betriebe CEHGO zur flexiblen Steuerung ihrer Energiebedarfe.
- In Pilotprojekten wie dem Zürcher Energieverbund EWZ senkten Unternehmen ihre Emissionen um durchschnittlich 22 bis 25 Prozent.
- Die Kosten für CEHGO-Projekte werden in Schweizer Förderprogrammen bis zu 50 Prozent erstattet.
- Branchen wie Chemie, Metallverarbeitung und Lebensmittelindustrie zeigen besonders hohe Effizienzgewinne durch die Integration erneuerbarer Energien.
Die Zukunft der Energieversorgung im Gewerbebereich wird von zwei Trends geprägt: der Digitalisierung und der Dekarbonisierung. Während die ersten CEHGO-Modelle bereits heute messbare Erfolge zeigen, bleibt es eine Frage der Politik und der Wirtschaft, diese Ansätze noch stärker zu fördern. Für Unternehmen, die heute in die energetische Modernisierung investieren, sind die Chancen nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich attraktiv. Die Initiative www.ninewin.ch/de-cehgo beweist: Wer früh handelt, sichert nicht nur die Zukunft des Planeten, sondern auch den eigenen Wettbewerbsvorteil.