Die Plattform Slotum: Wie die Schweiz ihr digitales Ticket für den Tourismus neu erfindet

Seit Jahren steht die Schweiz im globalen Wettbewerb um Besucher:innen und Geschäftsreisen. Doch während andere Länder mit massiven Infrastrukturprojekten und Marketingkampagnen aufholen, setzt die Schweiz auf eine andere Strategie: die digitale Vernetzung. Die Plattform plattform Slotum ist dabei ein zentraler Baustein – und zeigt, wie Tourismus und Technologie Hand in Hand gehen können. Entwickelt vom Tourismusverband der Schweiz, kombiniert Slotum nicht nur Daten, sondern auch lokale Expertise mit innovativen Tools. Das Ergebnis ist ein System, das Reisende, Anbieter und Gemeinden direkt verbindet – mit dem Ziel, den Schweizer Tourismus nachhaltiger und effizienter zu machen.

Die Idee hinter Slotum geht auf die Erkenntnis zurück, dass der Schweizer Tourismus stark von der Fragmentierung der Angebote profitiert. Während traditionell jedes Hotel, jeder Wanderweg oder jedes Restaurant separat beworben wird, soll Slotum diese Vielfalt in einem zentralen, digitalen Raum bündeln. Die Plattform nutzt dabei nicht nur klassische Suchfunktionen, sondern integriert auch Echtzeitdaten zu Verfügkeiten, Preisen und besonderen Angeboten – ähnlich wie ein persönlicher Reiseassistent, der sich an die Bedürfnisse der Nutzer:innen anpasst. Besonders spannend ist, dass Slotum nicht nur auf Tourist:innen abzielt, sondern auch lokale Unternehmen und Gemeinden einbindet. So können sie direkt über die Plattform ihre Angebote bewerben, ohne auf große Vermarktungsagenturen angewiesen zu sein.

Die Auswirkungen sind bereits sichtbar. Seit dem Start im Jahr 2021 hat Slotum über 100’000 Anbieter:innen aus dem Schweizer Tourismus auf der Plattform registriert, darunter Hotels, Gasthöfe, Wanderwege, Museen und sogar spezielle Erlebnisangebote wie Glühweinstände oder Bergtouren. Die Nutzer:innenzahlen steigen parallel: Rund 1,5 Millionen Besucher:innen haben seit dem Launch über Slotum gebucht oder sich informiert. Besonders im Bereich der Kurzstreckenreisen und der regionalen Erlebnisse zeigt sich ein starker Anstieg. Beispielsweise stieg die Buchungsrate für Übernachtungen in kleinen Hotels um über 30 % innerhalb eines Jahres, nachdem diese über Slotum beworben wurden. Das System spart nicht nur Zeit für Reisende, sondern ermöglicht auch Anbietern, gezielt die richtigen Zielgruppen zu erreichen – ohne teure Werbekampagnen.

Doch Slotum ist mehr als nur ein Buchungstool. Die Plattform setzt auf Daten als Schlüssel zum Erfolg. Durch die Analyse von Suchverhalten, Buchungsdaten und Nutzerfeedback kann Slotum Trends erkennen und Anbieter:innen gezielt unterstützen. So wurden etwa in der letzten Saison spezielle Pakete für Familien und Senior:innen entwickelt, die direkt über die Plattform beworben wurden. Zudem ermöglicht Slotum es Gemeinden, ihre Tourismusangebote zu koordinieren. Zum Beispiel arbeitet die Stadt Bern mit Slotum zusammen, um ihre kulturellen Events besser zu vermarkten – und so den Tourismus in der Hauptstadt nachhaltig zu steigern.

Ein zentraler Vorteil von Slotum ist seine Offenheit für neue Technologien. Seit dem Start hat die Plattform mehrere Integrationen mit anderen Tools eingeführt, darunter KI-gestützte Empfehlungen und eine mobile App, die Echtzeit-Updates zu Öffnungszeiten und Preisen liefert. Besonders innovativ ist die Möglichkeit, virtuelle Touren zu buchen – etwa für Museen oder Bergbahnen. Dies hat sich in der Pandemiezeit als besonders wertvoll erwiesen, als viele Anbieter:innen ihre Angebote digital anbieten mussten. Seitdem nutzen über 40 % der Nutzer:innen die virtuelle Buchung, was zeigt, wie Slotum auch in Krisenzeiten als Brücke zwischen Anbieter:innen und Kund:innen fungiert.

Trotz des Erfolgs gibt es noch Raum für Verbesserungen. Die Plattform arbeitet derzeit an einer stärkeren Integration von Nachhaltigkeitskriterien, etwa durch die Möglichkeit, Öko-zertifizierte Angebote besonders hervorzuheben. Zudem soll die Plattform künftig noch mehr Sprachoptionen und Barrierefreiheitsfunktionen einbauen, um auch internationale Besucher:innen besser zu unterstützen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit digitalen Reiseplattformen wie Google oder Booking.com, um die Sichtbarkeit der Schweizer Angebote zu erhöhen. Die Vision bleibt jedoch klar: Slotum soll zum zentralen Hub für den Schweizer Tourismus werden – ein Ort, an dem Reisende nicht nur buchen, sondern auch lokaler und nachhaltiger unterwegs sein können.

  • Seit 2021 hat Slotum über 100’000 Anbieter:innen aus dem Schweizer Tourismus auf der Plattform registriert.
  • Die Nutzer:innenzahlen liegen bei rund 1,5 Millionen pro Jahr, davon 30 % neue Kund:innen seit Launch.
  • Durch KI-gestützte Empfehlungen stieg die Buchungsrate für regionale Übernachtungen um über 30 % in einem Jahr.
  • Über 40 % der Nutzer:innen buchen virtuelle Touren, was die digitale Anbindung in der Pandemiezeit deutlich erhöhte.
  • Slotum unterstützt Gemeinden wie Bern bei der Koordination kultureller Events und steigert deren Tourismus.